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nur noch bis der "Apfelgarten" seine langfristigen Bewohner/innen gefunden hat



09.01.2021


Corona und Trump halten meine Gedanken beschäftigt.

Zweiteres wird sich hoffentlich bald erledigt haben, aber wer weiß was ihm noch einfällt. Trotzdem bin ich beruhigt und hoffe, dass mit Trump die Speerspitze und der Einpeitscher des neuen weltweit keimenden Faschismus wieder in der Versenkung und an die Ränder verschwindet, nach dem Schock des Kapitolsturms. An Leib und Leben bedroht, sind jetzt vielleicht auch einige Republikaner aufgewacht aus ihren halb versteckten Träumen Weißer, männlicher Überlegenheit.

Wenn Trump verschwindet, verurteilt wird, wenn ihm seine Stimme dauerhaft genommen wird, wird die Bewegung weltweit ihre skrupelloseste und mächtigste Stimme verloren haben. Ob neue nachrücken? Es kommt darauf an, was mit ihm geschieht. Zu hoffen ist, ihm widerfährt Gerechtigkeit: Gefängnis.


Corona wütet weiter. Wer gut zuhört, dem könnte dämmern, dass es lange bleibt. Wirken die Impfungen? Mutiert die "Krone" weiter? Lehrt sie uns, dass wir nicht die Krone der Schöpfung sind, sondern verletztlich, verletzbar wie alle anderen Lebewesen? Dass wir sterben müssen wie alle anderen?


Es könnte zu einem besseren Leben führen, für alle.: Bewusster, froher, dankbarer, gemeinsamer, mit mehr Rücksicht auf das Wohlergehen anderer Lebenwesen..

Es könnte zu einem schlechteren Leben führen: Wütender, unzufriedener.einsamer, rücksichtsloser.

Es kommt immer darauf an, was die Menschen daraus machen. Ist Beschränkung eine Chance, oder lehnt man sich dagegen auf?






Heute habe ich eine Kiste Äpfel aus dem Zirkuswagen geholt, es soll kälter werden. Meine Zitronenverbene und einen Ananassalbei von der Nachbarin aus dem Gewächshaus in die wärmere Scheune gebracht.


Die Äpfel sind perfekt. Das Klima im Wagen gefällt ihnen.
Meist um 0 Grad. Die meisten hab ich doch dort gelassen und heize lieber den Ofen im Wagen in den kältesten Nächten.


Bei der Arbeit meditiere ich über die Konsequenzen von Corona.


Es ist Zeit, in kleinen Gemeinschaften zusammen zu rücken. Näher an der Erde. Und ich bin dankbar, in einem kleinen Dorf mit netten Menschen zu leben und nicht in einer großen Stadt ohne Gärten, dafür mit vielen einsamen Wohnungen.


Im Dorf kennen wir uns, wir achten aufeinander. Wir lachen, trotz Corona, auch wenn wir meistens Abstand halten. Niemand ist in Panik. Statt dessen werden lang geplante Vorhaben angegangen, die Häuser renoviert.




Das bin ich, Architektin für Altbauten und Denkmale, natürlich ökologisch. mit tiefer Liebe für die Erde und alle ihre Lebenwesen und mit der Überzeugung, dass man alle alten Gebäude und Grundstücke in wunderbare Räume und Gärten verwandeln kann.








12.01.21

Wieder mal drei Stunden im Scheetreiben auf der Autobahn.zu einer Baustelle im kalten Fichtelgebirge im Schnee. Hochachtung vor den Handwerkern!

Sie arbeiten auf dieser Baustelle 12 h am Tag, vier, manche sogar fünf Tage die Woche. Montag früh waren es 14 Grad Minus. Dann halten die Akkus nicht mehr lang und die Jungs brauchen mindestens zwei oder drei Ersatzakkus. Was die Arbeit so richtig behindern kann. Heute war es "nur" Minus 1, dafür Wind und Eisnadeln. Der große, 34 m lange Dachstuhl ist zwar eingehaust, aber das obere Dach nicht. Dort arbeiten sie und reparieren das Gebälk. Wo? Mitten in Deutschland. Und nein, es arbeiten dort nicht vorwiegend "Ausländer". Ich setze "Ausländer" in Anführungszeichen, weil für mich die Erde nur ein Land ist. Grenzen sind eine Idee, die zwar möglicherweise unter gewissen Umständen für Frieden sorgt, leider aber, schaut man sich die Geschichte an, eher für Kriege gesorgt hat.


Dann gab es noch die Vergabe an eine Denkmalfirma.

Wir sind alle mehrere Stunden durch den Schnee gefahren, um uns auf der Baustelle zu treffen. Der Zimmermann kam direkt von einem Termin in München. Er lachte, als ich sagte: "Mit Ihnen hab ich heute nicht mehr gerechnet." Und antwortete: "Ich auch nicht."

Es ist schön, mit Menschen zu arbeiten, die sich nicht so leicht ins Bockshorn treiben lassen - sei es Wetter oder Corona. (Mit dieser Krankheit ist nicht zu spaßén. Aber man sollte sich die realen Zahlen gut ansehen, um die Risiken für sich selbst und die nahestehenden Menschen realistisch abzuwägen).


Gestern haben meine Nachbarn, auch Handwerker, mir geholfen, die Abwasser-überschwemmung im alten Gewölbekeller, der nicht genutzt wird, zu beheben. Der Kanal vor dem Haus war verstopft, vermutlich wegen einer Maßnahme der Voreigentümer, von vor 30 Jahren.

Es war eiskalt und windig, fast alle waren Hühner im Stall geblieben. Minus vier Grad noch am Nachmittag.


Ich war drei Stunden mit draussen, hab die dahingemetzelte Heckenrose, die über dem Schacht aufgegangen war, von der Straße gefegt, Hilfsleistungen erbracht, wie Kabel ausrollen, warmes Wasser bringen um die Schläuche aufzutauen, für Licht im Keller sorgen und außerdem dumm rumstehen... etc. Nch drei Stunden war ich so durchgefroren, dass ich zwei Stunden unter der Decke auf dem Sofa zugebracht habe. Und - ich bin nicht verfroren. Danach habe ich doch noch die Vergabe für heute vorbereitet.






Eine kleine Geschichte aus dem Jahr 2015

Der Apfelbaum ist übrigens ein Jonathan und seine Äpfel waren im Jahr 2020 so groß wie noch nie

Das Weihnachts-Apfelbäumchen

Es war einmal ein kleines Apfelbäumchen. Es stand auf einer Wiese hinter dem Haus der Besitzerin. Es trug jedes Jahr kleine, rote Äpfel, und jedes Jahr fielen diese kleinen roten Äpfel unbeachtet herunter. Kein Mensch las die Äpfel auf, keiner aß sie. Die Besitzerin hatte sie mal probiert und fand sie schmeckten sauer und hart. So wurden sie von Schnecken und den Vögeln gefressen. Das Bäumchen wurde traurig und seine Äpfelchen wurden immer kleiner, bekamen Schorf und wurden recht unansehlich. Das Bäumchen selbst blieb klein und auch seine Blätter wurden fleckig. Nach einigen Jahren kaufte die Nachbarin die Wiese, auf der das Apfelbäumchen stand. Auch sie probierte die Äpfel und fand, dass sie sauer und hart wären. Aber ihr gefiel die schöne rote Farbe. Und sie beobachtete das Bäumchen, das ja nun ihr gehörte. Und stellte fest, dass die Äpfel des Bäumchens noch auf dem Baum hingen, wenn alle anderen Apfelbäume in der Nachbarschaft schon längst ihre Äpfel fallen gelassen hatten. Hm, dachte sie, das ist ja eigenartig. Fallen diese Äpfel garnicht runter? Die neue Eigentümerin hatte ihren Zirkuswagen direkt neben dem Apfelbaum geparkt und wenn sie sich im Wagen aufhielt, sah sie vom Fenster aus immer den kleinen Baum. Der 1. Schnee kam und breitete seine weisse Decke unter dem Bäumchen aus .

Immernoch hingen die kleinen roten Äpfel an den Ästen. Die Blätter waren fast alle schon gefallen, aber die Äpfel hingen noch. Aus Neugier ging sie zum Apfelbaum im Schnee , pflückte einen Apfel und probierte ihn.
Der Geschmack war einmalig! Süß, und zart, fast nussig, dabei frisch und saftig. Der neuen Eigentümerin ging ein Licht auf: Es ist ein Winterapfel! Er braucht den Frost! Schnell pflückte sie die Äpfelchen, auch die ganz kleinen, an dem frostigen Dezembertag und lagerte sie in einer dunklen Kiste im Zirkuswagen, der nicht beheizt war. An Weihnachten suchte sie die kleinsten, rötesten und am wenigsten rostigen aus und hängte sie an den Weihnachtsbaum. Der Weihnachtsbesuch war ganz gerührt und sagte, das mit den Äpfeln wäre ja wie früher. So schöne, kleine rote Äpfel!

Und sie schmeckten so gut. Und sie blieben im Zirkuswagen frisch fast wie nach dem Pflücken. Man konnte sie im April immernoch essen!

Das Bäumchen freute sich. Seine neue Besitzerin sprach mit ihm, lobte ihn für seine wunderbaren Äpfel, im Frühjahr mähte sie den Platz unter seiner Krone kreisförmig aus, und schon blühte das Bäumchen wieder, ganz viele schöne, dunkel rosa Blüten. Muß man ja, dachte es sich, wenn man so gelobt wird. Und endlich verstanden! Und sie schneidet mich nicht, dachte das Bäumchen auch, wie es die meisten Menschen tun würden, sie läßt mich in Ruhe, sie erntet meine Äpfel, sie ißt sie, verschenkt sie und lobt mich und schneidet das Gras unter mir. Jetzt muß ich wachsen! Dachte es, wuchs, und streckte sich und im nächsten Jahr waren die schönen, roten Äpfelchen fast doppelt so gross, makellos ohne Rost.

Warum ich Bäume nicht schneide:

1. Weil es mir fast körperlich weh tut wenn ich Äste abschneide. (manchmal muß es sein, z.B. an der Grenze)

2. Weil Sepp Holzer, der österreichische Permakulturpapst sagt, die Bäume entwickeln selbst die beste Form, auch indem er sie nicht stützt. Dann brechen schonmal Äste, aber die Bäume entwickeln dadurch eine bessere Statik. Meine Beobachtungen bestätigen das. Meine Apfelbäume entwickeln einen schirmartigen Wuchs, aussen sitzen die Äpfel, und sie tragen jedes Jahr z.T. überreich.

3. Weil Professor Hofmann aus Triesdorf verschiedene Apfelsäfte untersucht hat und festgestellt hat, dass Saft von Streuobstwiesen die höchste Zahl an Biophotonen hat. D.h. sie haben das meiste innere Licht, sind also am vitalsten, lebendigsten. Als Begründung gibt Prof. Hofmann an, dass die Streuobstbäume nicht geschnitten werden, also keinen Stress haben. Wenn Bäume oder auch andere Pflanzen immer geschnitten werden, dann haben sie das Bestreben, das Abgeschnittene zu ersetzen, sind also unter Stress. Verständlich, oder?

4. Weil ich festgestellt habe, dass, als ich dann doch mal einen Baum und eine Rose habe schneiden lassen (von einer Gärtnerin) diese Pflanzen offenbar beleidigt waren. Der Kirschbaum trug danach 3 Jahre nicht mehr und die Rose blühte 3 Jahre nicht mehr. So werde ich, wenn es bei mir zu schattig wird, in Zukunft, wenn es unbedingt sein muss, selbst schneiden.



PS:Es ist eine Geschichte, die zeigen soll, dass Normen dem Leben nicht entsprechen, und jeder, ob Pflanze, Tier oder Mensch, so sein soll wie er oder sie ist. Und dass oft die, die mißachtet werden, weil sie nicht sind wie die anderen, ganz besondere Qualitäten haben. Das Ziel des Lebendigen ist Vielfalt statt Uniformität. Es gibt Sommer, Herbst und Winteräpfel und alle reifen zu verschiedenen Zeiten. Man muss es nur erkennen.

.... und alles Lebendige hat Bewußtsein. Mein kleiner Weihnachtsapfelbaum, der plötzlich wächst und gedeiht, ohne dass er gedüngt oder geschnitten worden wäre ist für mich der beste Beweis dafür.




Sabine Rothfuß
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